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Binsen mit scheinbar seitenständigen Blütenständen

Blütenstand wenigblütig (3 - 7 Blüten), klein, sehr dicht
Perigonblätter weißlich
> 1

Blütenstand vielblütig (> 10 Blüten), oft mit gestielten Ästen
Reife Perigonblätter bräunlich oder grünlich
> 2

                                 

1     Blütenstand wenigblütig (3 - 7 Blüten), Perigonblätter weißlich


Faden- Binse 
(Juncus filiformis)

VI - VIII,  Moore, nasse Wiesen
                  Oberjoch, Moor
                  Teuschnitz- Aue
                  Rofenhöfe, Österreich

                  Riedmüllermoos bei Isny
                  Dillingen

Synonyme:
Juncus balticus f. pusillus (Fr.) Neuman; Juncus filiformis f. flaccidus Borza & Nyár.; Juncus filiformis f. prostratus Freiberg; Juncus filiformis lusus prolifer Asch. & Graebn.; Juncus filiformis transsilvanicus (Schur) Asch. & Graebn.; Juncus filiformis var. aphyllus E.Mey.; Juncus filiformis var. foliatus E.Mey.; Juncus filiformis var. kulczynskii Racib.; Juncus filiformis var. pluriflorus Krylov; Juncus filiformis var. pusillus Fr; Juncus filiformis var. transsilvanicus (Schur) Buch.; Juncus transsilvanicus Schur

English name:
Thread Rush

Verbreitung in Deutschland:
Verbreitet Niedersachsen (außer SO-Niedersachsen), S-Brandenburg, Sachsen, Thüringer Wald, Erzgebirge, Bayerischer Wald, Süderbergland, Harz; zerstreut Münsterland, Schwarzwald, Alpen; Restgebiet selten, nur Einzelfunde Südwesten, fehlt Saarland 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: V (Vorwarnliste), Bayern: nicht gefährdet, Berlin: 1 (vom Aussterben bedroht), Brandenburg: 3 (gefährdet), Hamburg: 2 (stark gefährdet), Hessen: 2 (stark gefährdet), Mecklenburg-Vorpommern: 1 (vom Aussterben bedroht), Niedersachsen: 3 (gefährdet), Nordrhein-Westfalen: 2 (stark gefährdet), Rheinland-Pfalz: 2 (stark gefährdet), Sachsen: V (Vorwarnliste), Sachsen-Anhalt: 3 (gefährdet), Schleswig-Holstein: 3 (gefährdet), Thüringen: 3 (gefährdet) 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Spain, France, Italy, Sicily, former Yugoslavia, 
Belgium, England, Bulgaria, former Czechoslovakia, Denmark, Finland, Netherlands, Iceland, Norway, Poland, Romania, Baltic States, European Russia, Belarus, Ukraine, Sweden, Caucasus, Transcaucasus, Siberia, Russian Far East, Kamchatka, Kuril Isl., Primorye, Sakhalin, Kazakhstan, Turkey, Japan, Sakhalin, Kuril Isl., China, *South Georgia Isl., *Chile, Alaska, USA, Canada, Greenland, St. Pierre et Miquelon

 


                 

 

 

Pflanze 15 - 45 cm groß

mit langem, kriechendem Rhizom, zwischen den Stängel bleiben stets deutliche Zwischenräume

Blütenstand scheinbar seitenständig, d.h. das unterste Tragblatt ist stängelartig und und setzt den sonst unbeblätterten Stängel nahtlos fort, der Blütenstand ist deswegen scheinbar in der Mitte

Blütenstand wenigblütig (4 - 10 Blüten)

6 grüne, häutige, zugespitzte Perigonblätter
Blüten am Grund mit 2 häutigen Vorblättern

Stängel zart, ca. 1 mm im Durchmesser
gerieft

Stängelbasis mit strohgelben, wenig glänzenden, Blattscheiden

 

 

2      Blütenstand vielblütig

Rhizom lang kriechend, mit deutlichem Abstand zwischen den Stängeln oder Blättern
Seltene Art der Ostseeküste
> 3


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

Rhizom kurz, stark verzweigt, 
Pflanze horstig wachsend
Häufige Arten
> 4

 

3     Rhizom lang kriechend, mit deutlichem Abstand zwischen den Stängeln oder Blättern


Baltische Binse
(Juncus balticus)


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

VII - VIII, Strandwiesen Dünen
                 Rügen

Synonyme:
Juncus arcticus ssp. balticus (Willd.) Hyl.
Juncus helodes Link

English name:
Baltic Rush
Wire Rush
Mexican Rush

Verbreitung in Deutschland:
Sehr zerstreut bis selten Mecklenburg-Vorpommern-Küsten und bei Lübeck 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: 1 (vom Aussterben bedroht), Mecklenburg-Vorpommern: 1 (vom Aussterben bedroht), Niedersachsen: 1 (vom Aussterben bedroht), Schleswig-Holstein: 1 (vom Aussterben bedroht) 

Weltweite Verbreitung:
Germany
England, Denmark, Netherlands, Faeroer, Island, Poland, Baltic States
Finland, Sweden, Norway, Russia
USA, Canada, Mexico, Greenland, Asia

 

 

 

Pflanze 30 - 75 cm groß
Rhizom lang kriechend, mit deutlichem Abstand zwischen den Stängeln oder Blättern


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

Blütenstand scheinbar seitenständig, d.h.
 das unterste Tragblatt ist stängelartig und und setzt den sonst unbeblätterten Stängel nahtlos fort, Blütenstand im oberen Teil des "Stängels"


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

Blütenstand locker


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

Teilblütenstände lang gestielt


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

Perigonblättern bräunlich, mit grünem Mittelstreif
Kapsel so lang oder etwas länger als die Perigonblätter


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

Stängelbasis mit strohfarbenen oder hellbraunen, glänzenden, spreitenlosen Blattscheiden

 

 

 

4      Rhizom kurz, stark verzweigt, Pflanze horstig wachsend

Pflanze blaugrün
Stängel und Blätter gekammert
> 5

Pflanze hellgrün
 Stängel und Blätter nicht gekammert
> 6

                                                                           

5      Stängel und Blätter gekammert


Blaugrüne Binse 
(Juncus inflexus)

VI - VIII, Ufer, Waldränder, nasse Wiesen
                 verbreitet z.B.
                 Fetzersee vor NSG Leipheimer Moos
                 Erdbeersee

Juncus inflexus uns Juncus effusus sind sehr häufig, die Horste wachsen häufig nebeneinander und lassen sich dann schon an der Farbe gut voneinander unterscheiden

Synonyme:
Juncus glaucus Sibth., 
Juncus longicornis Bastard 

English name:
European Meadow Rush

Verbreitung in Deutschland:
Mitte, Nordosten und Süden weit verbreitet, Osten zerstreut, Nordwesten und W-Schleswig-Holsten selten 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: 3 (gefährdet), Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: 3 (gefährdet), Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: nicht gefährdet, Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Portugal, Spain, Baleares, France, Corsica, Italy, Sardinia, Sicily, former Yugoslavia,  Albania, Greece, Crete, E-Aegaean Isl., 
Belgium, England, Bulgaria, former Czechoslovakia, Denmark, Ireland, Netherlands, Hungary, Malta, Poland, Romania,  Scandinavia, Sweden, Crimea, Baltic States, European Russia, Belarus, Ukraine, India, *Java, *Vietnam, Pakistan, Jammu & Kashmir, peninsular Malaysia, Nepal, Sikkim, Chumbi, Bhutan, Caucasus / Transcaucasus, Kazakhstan, China, Tibet, Turkey, Cyprus, Egypt, European Turkey, Iran, Iraq, Israel, Jordania, Lebanon, Saudi Arabia, Sinai peninsula, Syria, Afghanistan, D.R.Congo (Zaire), Oranje Free State, Natal, Cape, Lesotho, Madagascar, Madeira, Canary Isl., Algeria, Morocco, Tunisia, Canary Isl., *Victoria, *New Zealand, *Uruguay, *USA, *Canada

 

 

 

Pflanze 30 - 60 cm groß
blaugrün, meist horstförmig wachsend

Blütenstand scheinbar seitenständig, d.h.
 das unterste Tragblatt ist stängelartig und und setzt den sonst unbeblätterten Stängel nahtlos fort

Blütenstand länglich, vielblütig, locker

Blüte mit 6 Perigonblättern

Kapsel dreikantig, zugespitzt,  dunkel kastanienbraun

Stängel und Blätter gekammert
(im unteren Teil der Pflanze zu prüfen!)

Stängelbasis mit schwarzbraunen, glänzenden, spreitenlosen Blattscheiden

 

 

6      Stängel und Blätter nicht gekammert

Reifer Blütenstand locker, Tragblattscheide kaum erweitert 
Stängel glänzend, hellgrün, sehr fein gerillt
> 7

Reifer Blütenstand kugelig, Tragblattscheide erweitert
Stängel matt, graugrün, mit deutlichen Längsrippen
> 8

 

7      Blütenstand locker


Flatter- Binse 
(Juncus effusus)

VI - VIII, Ufer, Waldränder, nasse Wiesen
                 verbreitet z.B.
                 Dettenhart
                 Mooswaldsee
                 Burgau, Mindelbiotop

Juncus inflexus uns Juncus effusus sind sehr häufig, die Horste wachsen häufig nebeneinander und lassen sich dann schon an der Farbe gut voneinander unterscheiden

Synonyme:
Juncus bogotensis Kunth; 
Juncus communis E.Mey.; 
Juncus fistulosus Guss.; Juncus laevis var. diffusus Wallr.; Juncus laevis var. effusus (L.) Wallr.; Juncus laevis Wallr.; Juncus lucens Burnham; Juncus luxurians Colenso; Juncus mauritianus Boj.; Juncus zebrinus Hort. Angl. ex Andre

English name:
Common Rush

Verbreitung in Deutschland:
Flächendeckend verbreitet und meist häufig 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: nicht gefährdet, Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: nicht gefährdet, Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: nicht gefährdet, Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Portugal, Spain, France, Corsica, Italy, Sardinia, Sicily, former Yugoslavia, Albania, Greece, Crete, E-Aegaean Isl.,
Belgium, England, Bulgaria, former Czechoslovakia, Denmark, Faroer Isl., Finland, Ireland, Netherlands, Hungary, Malta, Norway, Poland, Romania, Scandinavia, Sweden, Algeria, Morocco, Azores, Turkey, European Turkey, Iran, Iraq, Lebanon, Saudi Arabia, Sinai peninsula, Syria, Afghanistan, ?Ethiopia, Java, India, Indonesia, Laos, peninsular Malaysia, Nepal, Sikkim, Sri Lanka, Darjeeling, Thailand, Vietnam, Sumatra, Borneo, Philippines, New Guinea, Crimea, Baltic States, European Russia, Belarus, Ukraine, Caucasus, Transcaucasus, W-Siberia, China, Taiwan, Tibet, Korea, Peru - middle Andes, Ecuador, Lesser Antilles (Guadeloupe), ?Puerto Rico, Haiti, Chile, Colombia, Bolivia, Brazil (Minas Gerais), Argentina, Costa Rica, Nicaragua, Baja California, Mexico, Guatemala, Honduras, El Salvador, Marion Isl., *Auckland Isl., *Falkland Isl., *Tristan da Cunha, *Hawaii (*Molokai, *Maui, *Hawaii Isl.), *New Zealand, *South Australia, *Queensland, *New South Wales, *Victoria, *Tasmania, Alaska, USA, Canada, St. Pierre et Miquelon

 

 

 

Pflanze 30 - 150 cm groß
hellgrün, meist horstförmig wachsend

Stängel glänzend, hellgrün, glatt

Blütenstand scheinbar seitenständig, d.h.
 das unterste Tragblatt ist stängelartig und und setzt den sonst unbeblätterten Stängel nahtlos fort

Blütenstand locker, vielblütig (mehr als 20 Blüten) Scheide des Hochblattes beim Blütenstand nicht erweitert

Perigonblätter mit 2 kleinen Vorblätter, 
Perigonblätter kürzer als die reife Kapsel, 
Kapsel rundlich

Stängel und Blätter nicht gekammert
(im unteren Teil der Pflanze zu prüfen!)

Stängelbasis mit gelbbraunen bis rotbraunen, nicht glänzenden, spreitenlosen Blattscheiden

 

 

8      Blütenstand kugelig


Knäuel- Binse 
(Juncus conglomeratus)

VI - VIII, Ufer, Waldränder, nasse Wiesen
                 Burgau, Mindelbiotop
                 Günzburg, Schurrsee
                 Günzburg, Muna

Synonyme:
Juncus leersii T. Marsson, 
Juncus subuliflorus Drej.

English name:
Compact Rush

Verbreitung in Deutschland:
Flächendeckend verbreitet, aber in Kalkgebieten selten 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: V (Vorwarnliste), Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: 3 (gefährdet), Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: 3 (gefährdet), Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: nicht gefährdet, Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Portugal, Spain, France, Corsica, Italy, Sardinia, Sicily, former Yugoslavia, Greece, 
Belgium, England, Bulgaria, former Czechoslovakia, Denmark, Faroer Isl., Finland, Ireland, Netherlands, Hungary, Malta, Norway, Poland, Romania, Scandinavia, Sweden, Crimea, Baltic States, European Russia, Belarus, Ukraine, W-Siberia, Caucasus, Transcaucasus, Turkey, European Turkey, Iraq, Azores, Madeira, Algeria, Morocco, *Tasmania, *Venezuela, *Chile, *New Zealand, USA

 

 

 

Pflanze 20 - 100 cm groß, 
meist horstförmig wachsend

Stängel matt, graugrün, mit Längsrippen, Scheide des Hochblattes beim Blütenstand deutlich erweitert

Blütenstand scheinbar seitenständig, d.h.
 das unterste Tragblatt ist stängelartig und und setzt den sonst unbeblätterten Stängel nahtlos fort

Staubbeutel länger als die Staubfäden, 
Griffel 1/3 so lang wie der Fruchtknoten

Perigonblätter etwas länger als die reife Kapsel
Blütenstand kugelig, Stängel mit deutlichen Längsrillen

Kapsel rundlich

Stängel und Blätter nicht gekammert
(im unteren Teil der Pflanze zu prüfen!)

Stängelbasis mit gelbbraunen bis braunen, nicht glänzenden, spreitenlosen Blattscheiden