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Fundorte östlich von Günzburg

1. Augsburg Westliche Wälder

2. Lechheiden
   
2.1. Augsburger Stadtwald
     2.2. Königsbrunner Heide
     2.3. Kissinger Heide
     2.4. Hurlacher Heide

3. Taglilienfeld bei Rehling

Weiter entfernte Fundorte östlich von Günzburg (Links)
- Haspelmoor
- Osterseen
- Pupplinger Au   (Parkplatz)
- Garchinger Heide

 

1. Augsburg Westliche Wälder


1. Augsburg Westliche Wälder
Entfernung vom Stadtzentrum Günzburg: 30 - 60 Minuten (Auto)

Der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder, vor den Toren Augsburgs, umfasst ein 1.200 Quadratkilometer großes Gebiet. Er wird umgrenzt von den Flüssen Wertach bzw. Schmutter im Osten, Mindel im Westen und Donau im Norden. Mit weniger als 100 Einwohnern je Quadratkilometer ist der Naturpark dünn besiedelt. 45 Prozent seiner Fläche sind mit Wald bedeckt. Die hügelige, bachreiche Landschaft des Naturparks gliedert sich in die "Stauden" im Süden, die "Reischenau" in der Mitte und im Norden der "Holzwinkel". Viele Informationen über das Vorkommen der verschiedenen Pflanzenarten habe ich aus dem Buch "Flora von Augsburg" von Dr. Fritz Hiemeyer entnommen.

- Anhausner Tal: 
Am besten mit dem Fahrrad zu erkunden. Südlich der Gemeinde Anhausen beginnt der Weg durchs Anhausner Tal bis zu den Fischweihern und zum Golfplatz von Burgwalden. Der in der grünlandgenutzten Aue mäandrierende Anhauser Bach wird von Erlengehölzen, Feucht- und Nasswiesen, Quellen und Röhrichten begleitet. Zwei alte Fischteichanlagen mit einer Vielzahl kleinerer und größerer Weiher bereichern die Landschaft.


Kirche in Anhausen

- Waldbergmoor südlich von Waldberg
Kleines Moor mit einigen botanischen Raritäten 
z.B. Schwalbenwurzenzian, Wald- Läusekraut, Sumpf- Pippau, Weicher Pippau

             
Schwalbenwurzenzian                                                                                   Wald- Läusekraut  

- Weiher und Feuchtwiesen bei Schnerzhofen, Reinhardtshausen und Margertshausen
hier wachsen Raritäten wie z.B. Tephroseris helenitis (Spatelblättriges Aschenkraut),  Parnassia palustris (Sumpf- Herzblatt), Pinguicula vulgaris (Gewöhnliches Fettkraut), Dactylorhiza majalis (Breitblättriges Knabenkraut), Menyanthes trifoliata (Fieberklee) oder Laserpitium prutenicum (Preußisches Laserkraut)

         
Breitblättriges Knabenkraut                                                       Preußisches Laserkraut

 

 

2.  Lechheiden


Lechheiden
Entfernung vom Stadtzentrum Günzburg: 45 - 60 Minuten (Auto)

Die Naturschutzgebiete des Augsburger Stadtwaldes und der Lechheiden zwischen Augsburg und Landsberg beherbergen ca.  680 Pflanzenarten. Viele davon stehen auf roten Listen und sind äußerst gefährdet, wodurch diese Gebiete einen der artenreichsten mitteleuropäischen Lebensräume bilden. Die wichtigsten Schutzgebiete sind nachfolgend aufgelistet:

2.1. Augsburger Stadtwald
Der Augsburger Stadtwald ist ein Waldgebiet, welches direkt an das Augsburger Stadtgebiet grenzt. Er enthält viele kleine und einige größere offene Heideflächen (Heide am Dürren Ast, Schießplatzheide) auf denen zahlreiche extrem seltene und wunderschöne Pflanzen wachsen z.B. Frauenschuh, Fliegen- Ragwurz, Spitzorchis, Brand- Knabenkraut, Österreichischer Rippensame, Simsenlilie, Lungenenzian und Karlszepter.

        
Spitzorchis                                                                                                          Karlszepter

2.2. Königsbrunner Heide
Die Königsbrunner Heide teilt sich durch ein Nadelwaldgehölz in zwei Flächen auf. Die westlich gelegene Hasenheide und die östlich gelegene Königsbrunner Kernheide. Zum Schutz von Flora und Fauna wurde das Wegenetz deutlich verkleinert. So sollen Trittschäden und Störungen vermieden werden. Besonders eindrucksvoll präsentiert sich die Königsbrunner Heide Mitte Juli, wenn ein Meer von Sumpfgladiolen (Gladiolus palustris) und Ästigen Graslilien (Anthericum ramosum) die Fläche in ein rot- weißes Meer verwandeln:

     
Ästige Graslilie                                                                                                   Sumpfgladiole

2.3. Kissinger Heide
Wie auf der Königsbrunner Heide blühen auch der Kissinger Heide zahlreiche Orchideenarten und andere seltene Pflanzen: Kleines Knabenkraut (Orchis morio), Sumpf- Stendelwurz (Epipactis palustris), Klebriger Lein (Linum viscosum), Heideröschen (Daphne cneorum) und mehrere Ragwurzarten.

      
Heideröschen (Daphne cneorum)                                                  Klebriger Lein (Linum viscosum)

Als Ausgleichsfläche der Deutschen Bundesbahn wurde in unmittelbarer Nachbarschaft der Kissinger Heide das Naturdenkmal "Kissinger Bahngruben" geschaffen.  Mit Baumaschinen wurde versucht, ein Bodenrelief zu erzeugen, das dem einer ehemaligen Wildflusslandschaft gleicht. Dazu wurden die obersten Lösslehmschichten abgetragen und Gräben, Senken und Rinnen geschaffen. Innerhalb einiger Jahrzehnte konnte sich hier eine Ersatzvegetation ausbilden, die der Kissinger Heide stark ähnelt. Auf dieser Trockenrasenfläche habe ich ein Exemplar des Rosmarinblättrigen Weidenröschen (Epilobium dodonaei) entdeckt:

Eine Liste der auf der Königsbrunner und Kissinger Heide vorkommenden Pflanzen ist zusammen mit einer Beschreibung der beiden Heiden und zahlreichen Photos in dem Buch "Königsbrunner und Kissinger Heide - Juwelen vor den Toren Augsburgs" von Fritz Hiemeyer enthalten. 

2.4. Hurlacher Heide
Die Hurlacher Heide ist die südlichste der Lechheiden und bietet eine unglaubliche Vielzahl von seltenen Pflanzen: Kies- Steinbrech, Braunrote Stendelwurz, Weiches Lungenkraut, Sand- Veilchen, Labkraut- Wiesenraute und Wanzen- Knabenkraut blühen auf der Hauptfläche beim KZ- Friedhof und auf den Kiesflächen am Lechufer.

            
 Weiches Lungenkraut (Pulmonaria mollis)                                                   Kies- Steinbrech (Saxifraga mutata)

 

 

3. Taglilienfeld bei Rehling


Taglilienfeld bei Rehling
Entfernung vom Stadtzentrum Günzburg: 45 Minuten (Auto)

Das Taglilienfeld bei St. Stephan im Norden von Augsburg ist seit 1982 als Naturdenkmal geschützt.


Taglilienfeld bei St. Stephan am 14.06.2006

Die vermutlich im Mittelalter aus Gärten verwilderten Gelben Taglilien (Hemerocallis lilioasphodelus) bilden hier eine konstante Population. Man spricht von einem der größten mitteleuropäischen Vorkommen. Die Fläche wurde 1930 zum Schutz vom Naturwissenschaftlichen Verein Schwaben e.V. aufgekauft.

     
Gelbe Taglilie (Hemerocallis lilioasphodelus)