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Gattung: Heusenkraut (Ludwigia)

Zur Gattung gehören ca. 82 Arten

Blüten nur mit Kelchblättern, 
ohne Kronblätter
> 1


Photo und copyright  Michael Hassler

Blüten mit 4 winzigen cremefarbenen Kronblättern
> 2


Photo und copyright  Michael Hassler

Blüten mit 5 großen gelben Kronblättern
> 3

 

1     Blüten nur mit Kelchblättern, ohne Kronblätter


Sumpf- Heusenkraut
(Ludwigia palustris
(L.) Elliott)


Photo und copyright  Michael Hassler

VII - VIII, Teich- und Tümpelufer, Gräben, Aquarienpflanze
                  Inzinzac-Lochrist, Morbihan, 53 m ü.M. (Franck Le Driant 05/08/2017)

Synonyme:
Dantia palustris (L.) Des Moul.; Isnardia ascendens Hall ex Eaton & Wright; Isnardia nitida Poir.; Isnardia palustris L.

English name:
Marsh Primrose- Willow
Marsh Seedbox, Hampshire Portulak

Nom francais:
Ludwigie des marais

Nome italiano:
Porracchia dei fossi

Verbreitung in Deutschland:
Sehr selten und fast verschwunden südliche Oberrheinebene; im Nordwesten und zentralem Osten fast nur Altfunde 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: 1 (vom Aussterben bedroht), Baden-Württemberg: 1 (vom Aussterben bedroht), Brandenburg: 1 (vom Aussterben bedroht), Hamburg: 0 (ausgestorben), Hessen: 0 (ausgestorben), Niedersachsen: 0 (ausgestorben), Nordrhein-Westfalen: 1 (vom Aussterben bedroht), Rheinland-Pfalz: 0 (ausgestorben), Sachsen: 0 (ausgestorben), Sachsen-Anhalt: 1 (vom Aussterben bedroht), Schleswig-Holstein: 0 (ausgestorben) 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Portugal, Spain, 
France, Corsica, Italy, Sardinia, 
Slovenia, Croatia, Montenegro, Macedonia, Albania, 
Greece (Peloponnes, Sterea Ellas, S- Pindos, N- Pindos, E- Central, N- Central, N- East, Ionian Isl., W- Aegean Isl., N- Aegean Isl., Crete), 
England, Belgium, Netherlands, Czech Republic, Slovakia, Hungary, Poland, Romania, Bulgaria, Turkey, European Turkey, Ukraine, Iran, Israel, Lebanon, 
Tunisia, Algeria, Morocco, Angola, Zambia, Zimbabwe, Socotra, Transvaal, Natal, Cape Prov., Namibia, Lesotho, Botswana

Eingebürgert in:
*Australia,  *New Zealand, *Cuba, *Haiti, *Dominican Republic, *Costa Rica, *Panama, *Colombia, *Guatemala, *Mexico, *Jamaica, *Hawaii, *USA, *Puerto Rico, *Canada

Etymologie:
- Ludwigia: benannt nach Christian Gottlieb Ludwig (1709–1773), deutscher Mediziner und Professor für Naturgeschichte in Leipzig
- palustris: Sumpf

Ludwigia palustris wird in Deutschland häufig als Aquarienpflanze verkauft.

 

 

 

 

Pflanze 15 - 50 cm groß, kriechend
untergetaucht oder an Land


Photo und copyright Franck Le Driant

Blüten in den Blattachseln, 4 mm lang mit 2 Vorblättern, Kronblätter fehlend, 
4 Kelchblättern, 4 Staubblätter


Photo und copyright  Michael Hassler

Stängel 4-kantig bis +/- rundlich, bleichgrün, im Wasser flutend oder an Land an den Knoten wurzelnd, oft rot überlaufen, Achsenbecher mit 4 gelblich- grünen Längsstreifen


Photo und copyright  Michael Hassler

Frucht: 4-kantige, bleichbraune Kapsel

Blätter gegenständig, bis 5 cm lang und 2 cm breit
 elliptisch bis eiförmig, zugespitzt, dunkelgrün bis bleichrötlich- grün, glänzend, dicklich


Photo und copyright  Michael Hassler

 

 

2     Blüten mit 4 winzigen cremefarbenen Kronblättern


Bastard- Heusenkraut 
(Ludwigia x kentiana
E.J. Clement)


Photo und copyright  Michael Hassler

VII - VIII, Aquarienpflanze, Teiche, Flachwasser
                   Karlsruhe, Daxlanden, Fritschlach (Michael Hassler 07.09.2002)

Bastard Ludwigia palustris mit der südamerikanischen Ludwigia repens

Synonyme:
Ludwigia mullertii auct

English name:
Hybrid Primrose- Willow

Verbreitung in Deutschland:
"Beliebte Aquarienpflanze, gelegentlich ausgewildert. In der Fritschlach seit langer Zeit im Flachwasser der größeren Teiche in großen Beständen, überwuchert dort die heimische Flora und scheint zum Problem-Unkraut zu werden. Die Bestände in der Fritschlach wurden eine Zeitlang für die sehr ähnliche, heimische L. palustris sowie für den anderen Elter, die amerikanische L. repens J. R. Fort., gehalten. Dies wurde durch DUNKEL, AMARELL & KLEINSTEUBER (carolinea 65: 55-58 (2007)) endgültig aufgeklärt" (Zitat Michael Hassler)

Gefährdung in Deutschland:
Nicht anwendbar

Weltweite Verbreitung:
In Kultur entstanden

Eingebürgert in:
*Germany
*England

Etymologie:
- Ludwigia: benannt nach Christian Gottlieb Ludwig (1709–1773), deutscher Mediziner und Professor für Naturgeschichte in Leipzig
- kentiana: benannt nach dem britischen Botaniker D.H. Kent (1920 - 1998), Freund von E.J. Clement.

Die Beschreibung folgt der Publikation "Ludwigia x kentiana E. J. Clement: a new hybrid aquatic" (2000) von E.J. Clemet.

 

 

 

 

Pflanze 15 - 30 cm groß
kriechend oder flutend


Photo und copyright  Michael Hassler

Blüten einzeln blattachselständig, sitzend


Photo und copyright Günther Blaich

Perigon aus 4 grünlichen Kelchblättern, 4 winzigen cremefarbenen Kronblättern und 4 Staubblättern


Photo und copyright  Michael Hassler

Blätter eiförmig - elliptisch, spitz, etwas größer als bei Ludwigia palustris, oft rot überlaufen


Photo und copyright  Michael Hassler

Stängel oft rot


Photo und copyright Günther Blaich

 

 

3     Blüten mit 5 auffallenden gelben Kronblättern

Überwasserblätter, eilanzettlich, lang gestielt, 
nur am Blattstiel und unterseits auf der Mittelrippe behaart
> 4

Überwasserblätter lanzettlich, Spreite in einen kurzen Stiel übergehend, 
beiderseits behaart
> 5


Photo und copyright Andrea Moro

 

4     Kronblätter 7 - 15 mm lang


Flutendes Heusenkraut 
(Ludwigia peploides
(Kunth) P. H. Raven)

VII - VIII, Teich- und Tümpelufer, Flussufer
                  
Saintes Maries de la Mer, Frankreich, ca. 5 m ü.M. (19.08.2014)

Zu den Unterarten

Synonyme:
Jussiaea peploides Kunth

English name:
Floating Primrose- Willow
Water Primrose; Creeping Primrose

Verbreitung in Deutschland:
Als Teichpflanze im Gartenhandel

Gefährdung in Deutschland:
Nicht anwendbar

Weltweite Verbreitung:
USA, Brazil, Argentina, Chile, Uruguay and Paraguay

Eingebürgert in:
*Spain, *France, *Corsica, *Italy, *Greece (Sterea Ellas)
*Belgium, *Netherlands, *England, *Turkey
*USA, *Australia, *New Zealand, *Thailand, *Taiwan, *Madagascar

Etymologie:
- Ludwigia: benannt nach Christian Gottlieb Ludwig (1709–1773), deutscher Mediziner und Professor für Naturgeschichte in Leipzig
- peploides: ähnlich Euphorbia peplus (Garten- Wolfsmilch)

Die Pflanze breitet sich in Spanien, Südfrankreich, im Elsass, Italien, Holland und Belgien invasiv aus und stellt somit evt. auch in Deutschland eine Gefahr für die heimischen Wasser- Ökosysteme dar. Die Pflanze verbreitet sich über verdriftete Pflanzen-Bruchstücke, die einwurzeln können und außerordentlich schnell wachsen. Auf diese Weise können die Pflanzen in kurzer Zeit dichte, stark beschattende Teppiche bilden.

 

 

Stängel bis zu 2 m lang, besiedeln vom Ufer aus offene Wasserflächen, bilden dichte, teppichartige Bestände

Blüten mit 5 gelben Kronblättern, meist 10 Staubblätter

Kronblätter 7 - 16 (22) mm lang, Staubblätter 1,3 mm lang
(mein Daumennagel ist 15 mm lang!)

Kelchblätter 7 - 10 mm lang, 
Überwasserblätter nur unterseits auf der Mittelrippe behaart

Überwasserblätter (= Emerse Blätter) wechselständig, mehr als 2 cm lang gestielt

Fruchtknoten lang und schlank

Überwasserblätter eilanzettlich, 5 - 11 cm lang, mit 7 - 11 Blattnerven jederseits

Nebenblätter rundlich, stark angeschwollen
Stängel je nach Unterart kahl oder behaart

Schwimmblätter (= Submerse Blätter) wirtelig angeordnet, rundlich

Stängel oft rot

 

 

5     Kronblätter 16 - 24 mm lang


Großblütiges Heusenkraut 
(Ludwigia grandiflora
(Michaux) Greuter & Burdet)


Photo und copyright Andrea Moro

VII - VIII, Teich- und Tümpelufer, Flussufer
                   Jockgrim, Rheinland- Pfalz, ca. 100 m ü.M. (Günther Blaich 29.8.12)

Zu den Unterarten

Synonyme:
Ludwigia uruguayensis (Cambess.) Hara (Name in der Flora Europaea), 

English name:
Large-flower Primrose- Willow

Nome italiano: 
Porracchia a sei petali

Verbreitung in Deutschland:
Stellenweise eingebürgerter Neophyt.
Als Teichpflanze im Gartenhandel

Gefährdung in Deutschland:
Nicht anwendbar

Weltweite Verbreitung:
Costa Rica, Bolivia, Brazil (Mato Grosso, etc.), Paraguay, Uruguay, Chile, Argentina, Panama, Colombia, Cuba, 

Eingebürgert in:
*Germany, *Switzerland
*Spain, *France, *Italy
*Belgium, *Netherlands, *USA

Die Pflanze breitet sich in Südfrankreich, Spanien, Italien, Holland und Belgien invasiv aus und stellt somit evt. auch in Deutschland eine Gefahr für die heimischen Wasser- Ökosysteme dar. Die Pflanze verbreitet sich über verdriftete Pflanzen-Bruchstücke, die einwurzeln können und außerordentlich schnell wachsen. Auf diese Weise können die Pflanzen in kurzer Zeit dichte, stark beschattende Teppiche bilden.

Etymologie:
- Ludwigia: benannt nach Christian Gottlieb Ludwig (1709–1773), deutscher Mediziner und Professor für Naturgeschichte in Leipzig
- grandiflora: großblütig

 

 

Stängel bis 6 m lang, Pflanze erheben sich 40 - 80 cm über die Wasseroberfläche, besiedeln vom Ufer aus offene Wasserflächen, bilden dichte, teppichartige Bestände


Photo und copyright Andrea Moro

Blüten mit 5 gelben, genagelten Kronblättern, meist 10 Staubblätter
Kronblätter 16 - 24 mm lang, Staubblätter 2 - 3 mm lang


Photo und copyright Andrea Moro

Kelchblätter zugespitzt, 10 - 17 mm lang
Stipeln dreieckig, flach


Photo und copyright Andrea Moro

Stängel und Kelchblätter behaart


Photo und copyright Günther Blaich

Überwasserblätter lanzettlich, 5 - 11 cm lang, +/- sitzend


Photo und copyright Andrea Moro

beiderseits behaart


Photo und copyright Andrea Moro

Schwimmblätter wirtelig, rundlich- elliptisch, Blattspreite und Blattstiel deutlich abgesetzt