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Gattung: Waldhyazinthe (Platanthera)

Zur Gattung gehören 100 - 200 Arten.

Staubbeutelfächer eng stehend, parallel
 Lippe lang und spitzlich
> 1

Staubbeutelfächer entfernt stehend, nicht parallel
Lippe kurz und stumpf
> 2

Staubbeutelfächer nicht parallel
Lippe kurz und schlank
> 3


Photo und copyright Silvia (iNaturalist silwe1)

                                                                     

1     Staubbeutelfächer parallel


Weiße Waldhyazinthe 
(Platanthera bifolia
(L.) Rich.)

V - VII, Trockenrasen, Wälder (0 - 2100 m)
               Reisensburg, Vordere Brenne, ca. 450 m ü.M. (25.06.2006)

Zu den Unterarten

Synonyme:
Zweiblättrige Waldhyazinthe, Weisses Breitkölbchen
Orchis bifolia L., Platanthera solstitialis Rchb.

English name:
Lesser Butterfly Orchid

Nom francais:
Platanthère à deux feuilles, Platanthère à fleurs blanches

Nome italiano:
Platantera comune

Verbreitung in Deutschland:
Mitte und Süden zerstreut, Norden und Osten selten und stark zurückgehend 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: 3- (gefährdet), Baden-Württemberg: V (Vorwarnliste), Bayern: nicht gefährdet, Berlin: 1 (vom Aussterben bedroht), Brandenburg: 2 (stark gefährdet), Hamburg: 1 (vom Aussterben bedroht), Hessen: 3 (gefährdet), Mecklenburg-Vorpommern: 2 (stark gefährdet), Niedersachsen: 2 (stark gefährdet), Nordrhein-Westfalen: 3 (gefährdet), Rheinland-Pfalz: 3 (gefährdet), Saarland: 3 (gefährdet), Sachsen: 2 (stark gefährdet), Sachsen-Anhalt: 3 (gefährdet), Schleswig-Holstein: 1 (vom Aussterben bedroht), Thüringen: 3 (gefährdet)

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Portugal, Spain, Baleares, 
France, Corsica, Italy, Sardinia, Sicily, 
Slovenia, Croatia, Serbia & Kosovo, Montenegro, Macedonia, Bosnia & Hercegovina, Albania, Greece, 
England, Ireland, Belgium, Netherlands, Denmark, Norway, Sweden, Finland, Faroer Isl., 
Czech Republic, Slovakia, Hungary, Luxemburg, Poland, Romania,
Bulgaria, Turkey, Estonia, Lithuania, Latvia, Belarus, Russia, Ukraine, Moldavia, Azerbaijan, Iran, China, Mongolia, Japan, Korea

Etymologie:
- Plathanthera = aus dem Griechischen platys = groß und anthera = Staubbeutel (bezieht sich auf die Form der Pollinarien)
- bifolia: mit 2 Blättern

 

 

Pflanze 20 - 55 cm
etwas zierlicher als Platanthera chlorantha

Blüten +/- weiß, mit langem Sporn

Staubbeutelfächer parallel, ca. 1 mm voneinander entfernt
Lippe lang (15 - 22 mm) und spitzlich

Fruchtknoten gedreht

Sporn fadenförmig, am Ende spitz

2 grundständige, eiförmig- längliche Blätter

 

 

2     Staubbeutelfächer nicht parallel 


Grünliche Waldhyazinthe
(Platanthera chlorantha
(Custer) Rchb.)

V - VII, Trockenrasen, Wälder (0 - 2300 m)
              Untergrombach, Michaelsberg, ca. 250 m ü.M. (13.05.2008)

Synonyme:
Berg- Waldhyazinthe
Platanthera montana (F. W. Schmidt) Rchb. f
Orchis chlorantha Custer (nom. cons.), 

English name:
Greater Butterfly Orchid

Verbreitung in Deutschland:
Zerstreut Mitte, Rheinland-Pfalz, Franken, Schleswig-Holstein, N-Mecklenburg-Vorpommern; Restgebiet selten, nur Einzelfunde Brandenburg 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: 3 (gefährdet), Baden-Württemberg: V (Vorwarnliste), Bayern: 3 (gefährdet), Berlin: 0 (ausgestorben), Brandenburg: 1 (vom Aussterben bedroht), Hamburg: 2 (stark gefährdet), Hessen: 3 (gefährdet), Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: 3 (gefährdet), Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: 3 (gefährdet), Saarland: 3 (gefährdet), Sachsen: 1 (vom Aussterben bedroht), Sachsen-Anhalt: 3 (gefährdet), Schleswig-Holstein: 3 (gefährdet), Thüringen: 3 (gefährdet) 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Spain, 
France, Corsica,  Sicily, Italy, 
Slovenia, Croatia, Serbia & Kosovo, Bosnia & Hercegovina, Montenegro, Macedonia, Albania, Greece, 
England, Ireland, Belgium, Denmark, Netherlands, Norway, Sweden, Finland, 
Czech Republic, Slovakia, Hungary, Luxemburg, Poland, Romania, Bulgaria, Turkey, Cyprus, Crimea, Estonia, Lithuania, Latvia, Belarus, Russia, Ukraine, Moldavia, China, Tibet, Korea, Azerbaijan, Iran, Syria, 

Etymologie:
- Plathanthera = aus dem Griechischen platys = groß und anthera = Staubbeutel (bezieht sich auf die Form der Pollinarien)
- chlorantha: mit grünen Antheren

 

 

Pflanze 20 - 55 cm
meist etwas robuster als Platanthera bifolia

Blüten weiß, etwas grünlicher als bei Platanthera bifolia

Staubbeutelfächer nicht parallel, 
am oberen Ende 2 mm am unteren Ende 4 mm voneinander entfernt

Blüten oft grünlicher als die Blüten von Platanthera bifolia
Lippe breit und kurz (10 - 16 mm)

Sporn fadenförmig,  am Ende etwas verbreitert und seitlich zusammengedrückt

2 grundständige, eiförmig- längliche Blätter

 

 

3     Staubbeutelfächer nicht ganz parallel, Lippe kurz und schmal


Müllers Waldhyazinthe
(
Platanthera muelleri A.Baum & H.Baum)


Photo und copyright Silvia (iNaturalist silwe1)

V - VII, Trockenrasen, Wälder
               Salzburg, Gaisbergspitze, ca. 1270 m (Silvia 08.06.2026)

Synonyme:
Offenschlundige Waldhyazinthe
Platanthera pervia Peterm.

English name:
Muellers Butterfly Orchid

Nom francais:
Platanthère de Mueller

Verbreitung in Deutschland:
Sehr zerstreut bis selten Nordwesten (Niederrhein) und TH, außerdem.
Vorkommen in weiteren Regionen Deutschlands sind wahrscheinlich.

Gefährdung in Deutschland:
Noch nicht bewertet

Weltweite Verbreitung:
Germany, Austria, Switzerland
France, 
Belgium, Netherlands, Belarus

Etymologie:
- Plathanthera = aus dem Griechischen platys = groß und anthera = Staubbeutel (bezieht sich auf die Form der Pollinarien)
- muelleri: benannt nach dem westfälischen Botaniker Hermann Müller (1829-1883)

Anmerkung:
Immer wieder finden sich morphologisch zwischen Platanthera bifolia und Plathanthera chlorantha stehende Populationen, die bislang als Plathanthera ×hybrida
Brügger benannt wurden. Neueste genetische Untersuchungen zeigen jedoch, dass echte Hybriden nur selten auftreten.
Die große Mehrheit im Aussehen als Hybriden erscheinenden Pflanzen stellte sich genetisch als eine weder Plathanthera bifolia noch Platanthera chlorantha zuzuordnende Sippe heraus. Diese in offenkundig eigenständigen Populationen wachsende Sippe wurde als Platanthera muelleri beschrieben. Die morphologische Abtrennung im Einzelfall ist allerdings sehr schwierig.

 

 

 

30−70 cm hohe, kräftige Pflanze,
 Blütenstand zylindrisch, mit 8−30 Blüten

 

Blüten weiß mit gelbgrünen Partien, mit freien, sichtbaren, runde Sporneingänge


Photo und copyright Silvia (iNaturalist silwe1)

Seitliche Sepalen abstehend, leicht gebogen nach hinten geneigt, 7−12 mm lang, 3−6 mm breit, mittleres Sepal aufrecht, leicht konkav nach vorne geneigt, 4,5−10 mm lang, 3−9,5 mm breit, mit den Petalen helmförmig zusammenneigend; Petalen 4−10 mm lang, 1−3 mm breit, Lippe weiß, mit grünlicher Spitze bis zu ganz grünlich überlaufen, 8−18 mm lang, zungenförmig, nach unten gebogen; Antheren 3,5−4,5 mm lang, Antherenfächer parallel bis leicht trapezförmig zueinander, 1,4−2,1 mm voneinander getrennt


Photo und copyright Silvia (iNaturalist silwe1)

Sporn fadenförmig, nicht verdickt, 25−45 mm lang, waagrecht bis abwärts gebogen,
Verhältnis von Sporn zu Lippe mit 2,8 am höchsten für alle Taxa der Verwandtschaft


Photo und copyright Silvia (iNaturalist silwe1)

Untere Blätter groß, 2, selten mehr, eiförmig-lanzettlich bis oval, 7−20 cm lang und 2−5,5 cm breit, ungefleckt. Obere Blätter klein, 1−5, lanzettlich, in die Tragblätter übergehend