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Gattung: Kugelblume (Globularia)

Zur Gattung gehören ca. 23 Arten.
Früher gehörte die Gattung zur Familie der Kugelblumengewächse (Globulariaceae).

Köpfchenstiele mit mehreren Blättern
> 1

Köpfchenstiele blattlos oder mit 1 - 2 Schuppenblättern
> 2

 

1        Köpfchenstiele mit mehreren Blättern


 Gewöhnliche Kugelblume
(Globularia bisnagarica
L.)

V - VI, Heiden, Fels- und Schotterfluren (0 - 1500 m)
             Nördlingen, Ofnet- Höhlen, ca. 500 m ü.M. (17.05.2012)

Synonyme:
Globularia punctata Lapeyr. (Name in der Flora Europaea)
Globularia vulgaris ssp. willkommii (Nyman) Wettst. (Name in der Flora Catalana)
Globularia willkommii Nyman

English name:
Common Globularia

Nom francais:
Globulaire allongée

Nome italiano:
Vedovina dei campi

Verbreitung in Deutschland:
Mäßig häufig bis zerstreut Schwäbische Alb, Frankenalb, Fränkische Schweiz, zerstreut Voralpenland (entlang der Flüsse), selten südliche Oberrheinebene, nördliche Oberrheinebene, Thüringen (Saale), S-Sachsen-Anhalt, Eifel

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: 3+ (gefährdet), Baden-Württemberg: 3 (gefährdet), Bayern: nicht gefährdet, Hessen: 0 (ausgestorben), Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: 2 (stark gefährdet), Saarland: 0 (ausgestorben), Sachsen-Anhalt: 3 (gefährdet), Thüringen: nicht gefährdet 
Besonders geschützt

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland
Spain (Barcelona, Cuenca, Gerona, Huesca), France (widespread), Italy (widespread), Slovenia, Croatia, Bosnia & Hercegovina, ?Montenegro, Serbia & Kosovo, ?Macedonia, Greece (N- Central, N- East),
Belgium, Bulgaria, Czech Republic, Slovakia, Hungary,  Romania, European Russia, European Turkey

2n = 16

Etymologie:
Globularia: globulus = kleine Kugel
bisnagarica: von Strahlen umgeben

 

 

Pflanze 5 - 40 cm groß, Polster bildend

Blütenköpfe 7 - 13 mm im Durchmesser, aus zahlreichen Blüten bestehend

Blüten blauviolett, im unteren Teil röhrig verwachsen, mit 5 ungleichen, schmalen, gewellten Blattzipfeln, Kronröhre 2 mm lang, Oberlippe 2- teilig, Kronlappen 1,5 mm lang, Unterlippe 3- teilig Kronlappen 2,5 mm lang, 4 Staubblätter, 1 Griffel

Blüten von einem 5- zähnigem, grünem Kelch umgeben


Photo und copyright Stefan Lefnaer

Kelch 4 mm lang, Kelchzähne spitz, bewimpert


Photo und copyright Stefan Lefnaer

Hüllblätter, lanzettlich, spitz, ca. 3,5 mm lang

Stängel bis fast zum Blütenköpfchen beblättert

Stängel gerillt, Stängelblätter lanzettlich bis eiförmig, kahl, 
ohne Kalkausscheidungen

Grundblätter ledrig, spatelig, Blattspreite 13 - 40 mm lang, 5 - 30 mm breit
Blattstiel +/- geflügelt, 5 - 80 mm lang

Grundblätter vorne meist abgerundet, selten ausgerandet oder 3- zähnig,
dünn, flach, am Rand nicht umgebogen, ohne Kalkausscheidungen

Adern auf der Blattoberseite und Blattunterseite gut sichtbar


Photo und copyright Stefan Lefnaer

Stängel verlängert sich nach der Blüte auf bis zu 60 cm!

Blätter ohne weiße Pünktchen (= Kalkausscheidungen)


Photo und copyright Franck Le Driant
links: Globularia vulgaris                   rechts: Globularia bisnagarica

 

 

2         Köpfchenstiele blattlos oder mit 1- 2 Schuppenblättern

Pflanze 3 - 10 cm hoch, niederliegend, kriechend, Grundachse verholzt
Blätter 6 - 12 mm lang
> 3

Pflanze 10 - 35 cm hoch, nicht kriechend nicht oder wenig verholzt
Blätter 40 - 120 mm lang
> 4

                                                                             

3         Blätter 6 - 12 mm lang


Herzblättrige Kugelblume
(
Globularia cordifolia L.)

V - VI, Felsen, Schotterfluren (100 - 2600 m)
             Oberjoch, Iseler, Bayern, ca. 1700 m ü.M. (21.06.2013)

Zu den Unterarten

Synonyme:
Globularia minima Vill.; Globularia saxatilis Salisb.
incl. Globularia bellidifolia Ten.,
Globularia meridionalis (Podp.) O.Schwarz (syn.: Globularia cordifolia subsp. meridionalis Podp., Globularia cordifolia subsp. bellidifolia (Nyman) Wettst.)

English name:
Heart- leaved Globularia, Matted Globularia

Nom francais:
Globulaire à feuilles en cœur, Globulaire à feuilles en coeur

Nome italiano:
Vedovelle celesti

Verbreitung in Deutschland:
Alpen verbreitet, Alpenvorland sehr zerstreut entlang der Flüsse, Einzelvorkommen Südschwarzwald

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet

Besonders geschützt!

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland,
Spain (Barcelona, Gerona, Huesca), France (Alpen, Massif Central, Pyrenäen), 
Italy (Aosta, Ligurien, Piemont, Lombardei, Südtirol, Trentino, Venetien, Friaul, Tokana, Marken), Slovenia, Croatia, Serbia & Kosovo, Bosnia & Hercegovina, ?Macedonia, ?Montenegro, Albania, Greece (Sterea Ellas, N- Pindos, N- Central, N- East)
Slovakia, Hungary, Bulgaria, Turkey

2n = 32

Die Pflanze wird auch als Zierpflanze kultiviert.

Etymologie:
Globularia: globulus = kleine Kugel
cordifolia: herzblättrig

In der Publikation "Zur morphologischen und taxonomischen Problematik von Globularia cordifolia L. im Bereiche der südöstlichen Kalkalpen und des illyrischen Übergangsgebietes" (1962) von Vlado Ravnik wird dargestellt, dass die Unterschiede zwischen Globularia cordifolia und Globularia meridionalis fließend sind und eine Unterteilung in 2 Arten nicht rechtfertigen. In der Exkursionsflora von Österreich und bei VPG sind Globularia meridionalis und Globularia cordifolia deswegen Synonyme, während Globularia meridionalis von italienischen Florenwerken als Art akzeptiert wird (Verbreitung in Italien: (Friaul, Marken, Umbrien, Latium, Abruzzen, Molise, Kampanien, Basilikata, Kalabrien)


             Globularia meridionalis aus dem BG München
             

 

 

Pflanze 3 - 10 cm hoch, 
Polster bildend

Blütenstand auf blattlosen, bis 10 cm langen Köpfchenstielen

Köpfchenstiele gefurcht, der Achsel einer am verholzten Stängel befindlichen Blattrosette entspringend


Photo und copyright Andrea Moro

Köpfchen 10 - 20 mm im Durchmesser, mit zahlreichen Blüten
Kronröhre 2,5 mm lang, mit 5 bis zum Ansatz der Kronröhre gespaltenen Kronlappen: 
die oberen beiden Kronlappen (Oberlippe) fädlich, die unteren 3 (Unterlippe) etwas länger und breiter, 4 Staubblätter, Staubfäden 4 mm lang, Staubbeutel blauviolett, Griffel fädlich


Photo und copyright Julia Kruse

Kelch behaart, +/- 2- lippig, nur bis zur Hälfte eingeschnitten, mit 5 spitzen, lanzettlichen Zähnen

 

Hüllblätter des Köpfchens 4 - 5 mm lang, spitz, steifhaarig


Photo und copyright Julia Kruse

Grundachse verästelt, verholzend, kriechend

Blätter in Rosetten, an den Nodien oft wurzelnd,
Blattspreite 10 - 12 mm lang, 4 - 9 mm breit, Blattstiele 12 mm lang


Photo und copyright Andrea Moro

Rosettenblätter spatelig, einnervig, vorne stark ausgerandet, 
oft dreizähnig, Mittelzahn kürzer als die beiden seitlichen Zähne

 

 

4        Blätter 40 - 120 mm lang


Nacktstängelige Kugelblume
(
Globularia nudicaulis L.)

III - IX,  Alpine Fels- und Schotterfluren (300 - 2400 m)
               Oberjoch, Iseler, Bayern, ca. 1700 m ü.M. (21.06.2013)

Synonyme:
Schaft- Kugelblume
Globularia alpina Salisb.

English name:
Leafless- stemmed Globularia

Nom francais:
Globulaire à tige nue

Nome italiano:
Vedovelle alpine

Verbreitung in Deutschland:
Alpen verbreitet

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, 
Bayern: nicht gefährdet
Besonders geschützt

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Spain (Burgos, Huesca, Lleida, Leon, Navarra, Palencia, Baskenland, Kantabrien, Asturien)
France (Alpen, Pyrenäen), Italy (Lombardei, Südtirol, Trentino, Venetien, Friaul), Slovenia, Croatia

2n = 16

 

 

 


             

 

 

Pflanze 5 - 30 cm hoch
ohne Ausläufer

Köpfchenstiele 3 - 9 cm lang, gefurcht, aufrecht, 
ohne Blätter oder mit 1 - 2 schuppenförmigen Hochblättern

Blütenköpfe 1,5 - 3 cm im Durchmesser, vielblütig, 

Blüten blauviolett, 11 - 12 mm lang, im unteren Teil röhrig verwachsen, Kronröhre 4 mm lang, Oberlippe der Blüten fehlend oder winzig, Unterlippe 3- teilig, mit 5 mm langen Lappen, 4 Staubblätter, 1 Griffel mit undeutlich zweiteiliger Narbe

Hüllblätter 5 - 6 mm lang, lanzettlich, spitz


Photo und copyright Julia Kruse

Grundblätter am Stängelgrund gehäuft

Grundblätter 60 - 120 mm lang, 10 - 25 mm breit, spatelförmig, ledrig, ganzrandig, vorne abgerundet, mehrnervig, ohne Kalkabscheidungen