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Binsen mit großen, vielköpfigen Blütenständen

Obere Blätter 5 - 7- kantig
 nur in Brandenburg und Sachsen- Anhalt
> 1

 

Obere Blätter rund oder oval

> 2

 

1     Obere Blätter 5 - 7- kantig


  Schwarzblütige Binse
(Juncus atratus
Krocker)

 

VII - IX,  Moore, Gräben, Ufer
                Brandenburg (Havel, Elbe)

Synonyme:
Juncus melananthos Rchb.; Juncus septangulus Peterm.

English name:
Dark Rush

Verbreitung in Deutschland:
Aktuelle Vorkommen nur sehr selten Brandenburg in Flußauen (Elbe, Oder), Altfunde Rheinebene, Main, Donau, Sachsen, Sachsen-Anhalt 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: 2 (stark gefährdet), Bayern: 0 (ausgestorben), Brandenburg: 1 (vom Aussterben bedroht), Mecklenburg-Vorpommern: unbeständig, Rheinland-Pfalz: 0 (ausgestorben), Sachsen: 0 (ausgestorben), Sachsen-Anhalt: 1 (vom Aussterben bedroht)

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany
Italy, Slovenia, Greece (Sterea Ellas, N- East), W- Aegean Isl., N- Aegean Isl.), 
Czech Republic, Slovakia, Bulgaria, Hungary, Poland, Romania
Baltic States, Russia

Erhaltungszucht im Botanischer Garten Potsdam

 

 

 

Pflanze 30 - 100 cm groß, aufrecht

 

Spirre vielköpfig (15 - 30 Köpfchen), 
Köpfchen 6 - 10- blütig

 

Kapsel länger als das Perigon

 

Kapsel plötzlich in einen langen, oft schiefen Schnabel übergehend, Perigonblätter schwarzbraun, +/- gleich lang 

 

Blatt im Querschnitt 5 - 7- kantig, die Kanten sind als Rillen bei frischen Pflanzen deutlich sichtbar

Blätter quer gefächsert, mit rotbrauner bis schwarzbrauner, in 2 stumpfe Öhrchen ausgezogener Scheide

 

 

2     Obere Blätter rund oder oval

Junge  Perigonblätter +/- strohfarben
Blätter im Querschnitt mehrröhrig
> 3

Junge Perigonblätter braunrot
Blätter im Querschnitt einröhrig
> 4

                                                      

 3     Blätter im Querschnitt mehrröhrig


  Stumpfblütige Binse 
(Juncus subnodulosus
Schrank)

VII - VIII,  Kalkquellmoore, Gräben, nasse Wiesen
                   Reisensburg, Fehdermähder- Wiese, Bayern, ca. 450 m ü.M. (09.08.2017)

Synonyme:
Knoten- Binse
Juncus obtusiflorus G. F. Hoffmann 

English name:
Bluntflower Rush

Verbreitung in Deutschland:
Sehr zerstreut Oberrheinebene, Alpenvorland, Oberschwaben, Mecklenburg-Vorpommern, NO-Brandenburg, O-Schleswig-Holstein, Z-Thüringen; Restgebiet selten bis sehr selten und vielerorts zurückgehend; fehlt Nordwesten und Niederrhein (bis auf Einzelfunde), nur Altfunde Sachsen 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: 3 (gefährdet), Baden-Württemberg: V (Vorwarnliste), Bayern: nicht gefährdet, Berlin: 1 (vom Aussterben bedroht), Brandenburg: 2 (stark gefährdet), Hamburg: 1 (vom Aussterben bedroht), Hessen: 2 (stark gefährdet), Mecklenburg-Vorpommern: 3 (gefährdet), Niedersachsen: 2 (stark gefährdet), Nordrhein-Westfalen: 2 (stark gefährdet), Rheinland-Pfalz: 3 (gefährdet), Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: 1 (vom Aussterben bedroht), Sachsen-Anhalt: 3 (gefährdet), Schleswig-Holstein: 3 (gefährdet), Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Portugal, Spain, Baleares, France, Corsica, Italy, Sardinia, Sicily, former Yugoslavia, Greece, 
Belgium, England, Bulgaria, former Czechoslovakia, Denmark, Ireland, Netherlands, Hungary, Poland, Romania, Lithuania, Latvia, Estonia, Ukraine, Sweden, Algeria, Morocco, Turkey, European Turkey, Iraq, Syria

Eingebürgert in:
*Australia, *New Zealand, *USA

 

 

 

Pflanze 50 - 120 cm groß, aufrecht

Äste sparrig, oft im 90°- Winkel abstehend, Spirre 11 - 50 köpfig

Köpfchen anfangs sehr hell strohfarben

Blüten mit 6 Staubblättern, Griffel mit weißer, 3- teiliger Narbe

Perigonblätter +/- stumpf, alle gleich lang, später rötlich/grünlich

Frucht etwas länger als die Perigonblätter

Samen hellbraun

Blatt im Querschnitt rund, Öhrchen der Blattscheiden kurz und breit

Blatt innen mit Quer- und Längsscheidewänden, daher mehrröhrig
(Blatt dazu mit einer Schere quer schneiden)

 

 

4      Blätter im Querschnitt einröhrig

Pflanze 30 - 100 cm groß
Innere Perigonblätter länger als die äußeren
> 5


Photo und copyright Julia Kruse

Pflanze kleiner 50 cm
Alle Perigonblätter gleich lang
> 6

                                                                     

5       Pflanze 30 - 100 cm groß


  Spitzblütige Binse 
(Juncus acutiflorus
Ehrh. ex Hoffm.)


Photo und copyright Michael Hassler

VII - IX,  Moore, Gräben, nasse Wiesen, Teiche (0 - 1400 m)
                Osterloh, Ldkr. Celle, Niedersachsen, ca. 40 m ü.M. (Julia Kruse 03.08.2011)
               
Niederkrüchten, NSG Elmpter Schwalmbruch, (Harald Geier 21.08.2021)

Synonyme:
Wald- Binse
Juncus acutiflorus var. viviparus Spenn.; 

Juncus sylvaticus auct., Juncus sylvaticus var. viviparus Lange ex Lange

English name:
Sharpflower Rush

Nom francais:
Jonc à fleurs aiguës, Jonc acutiflore

Nome italiano: 
Giunco pungente

Verbreitung in Deutschland:
Weit verbreitet, aber Süden und Nordosten sehr zerstreut

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: 2 (stark gefährdet), Brandenburg: 3 (gefährdet), Hamburg: 3 (gefährdet), Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: 2 (stark gefährdet), Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: nicht gefährdet, Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: 3 (gefährdet), Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Portugal, Spain, France, Corsica, Sardinia, Italy, Slovenia, Croatia, Bosnia & Hercegovina, Serbia & Kosovo, Montenegro, Macedonia, Albania, 
Belgium, England, Bulgaria, Czech Republic, Slovakia, Denmark, Faroer Isl., Ireland, Norway, Poland, Romania, European Russia, W-Ukraine, Turkey, European Turkey, Iraq, Pakistan, 

Eingebürgert in:
*Crimea, *New Zealand, *St. Pierre et Miquelon

 

 

 

 

Pflanze 30 - 100 cm groß, aufrecht


Photo und copyright Julia Kruse

Unterstes Tragblatt des Blütenstandes den Blütenstand nicht überragend


Photo und copyright Julia Kruse

Spirre vielköpfig, Köpfchen 5 - 8- blütig


Photo und copyright Michael Hassler

Blüten selten auch vivipar (d.h. Sämlinge verbleibt auf der Mutterpflanze;
die Jungpflanze sprosst dann aus dem Blütenstand der Mutterpflanze)


Photo und copyright Harald Geier

Kapsel von Grund an in einen langen Schnabel verschmälert, länger als das Perigon,
Perigonblätter lederbraun, die inneren länger als die äußeren, lang zugespitzt, die Spitzen nach außen gebogen


Photo und copyright Julia Kruse

Blatt borstlich, im Querschnitt rund


Photo und copyright Julia Kruse

Blatt innen quer gekammert (Blatt drücken!), einröhrig


Photo und copyright Julia Kruse

Stängel rund, aber am Grund deutlich zusammengedrückt


Photo und copyright Julia Kruse

 

 

 6      Pflanze 25 - 50 cm groß

Kapsel zugespitzt, in den langen Schnabel verschmälert
Alle Perigonblätter kurz zugespitzt
> 7

Kapsel +/- stumpf, mit aufgesetztem kurzen Schnabel
Innere Perigonblätter stumpf,  äußere mit Stachelspitze
> 8

 

7    Alle Perigonblätter zugespitzt


  Glieder- Binse 
(Juncus articulatus
L.)

VII - IX,  Moore, Gräben, nasse Wiesen (0 - 1500 m)
                 Günzburg, Mooswaldsee, Bayern, ca. 450 m ü.M. (27.07.2013)

Synonyme:
Juncus lamprocarpus Hoffm., Juncus supinus Moench, Juncus uliginosus Roth

English name:
Jointleaf Rush

Nom francais:
Jonc à fruits brillants, Jonc articulé

Nome italiano: 
Giunco nodoso

Verbreitung in Deutschland:
Flächendeckend verbreitet und meist häufig

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, Baden-Württemberg: nicht gefährdet, Bayern: nicht gefährdet, Berlin: nicht gefährdet, Brandenburg: nicht gefährdet, Hamburg: nicht gefährdet, Hessen: nicht gefährdet, Mecklenburg-Vorpommern: nicht gefährdet, Niedersachsen: nicht gefährdet, Nordrhein-Westfalen: nicht gefährdet, Rheinland-Pfalz: nicht gefährdet, Saarland: nicht gefährdet, Sachsen: nicht gefährdet, Sachsen-Anhalt: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: nicht gefährdet, Thüringen: nicht gefährdet 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Portugal, Spain, Baleares, France, Corsica, Sardinia, Sicily, Italy, Slovenia, Croatia, Bosnia & Hercegovina, Serbia & Kosovo, Montenegro, Macedonia, Albania, Greece (Peloponnes, Sterea Ellas, S- Pindos, N- Pindos, E- Central, N- Central, N- East), Ionian Isl., W- Aegean Isl., N- Aegean Isl., E-Aegean Isl., Kiklades, Crete, 
Belgium, England, Bulgaria, Czech Republic, Slovakia, Denmark, Faroer Isl., Finland, Ireland, Netherlands, Hungary, Iceland, Malta, Norway, Poland, Romania, Scandinavia, Sweden, Algeria, Tibesti, Libya, Morocco, Tunisia, Azores, Madeira, Canary Isl., Crimea, Baltic States, European Russia, Belarus, Ukraine, Caucasus, Transcaucasus, Siberia, Russian Far East, Kamchatka, Kuril Isl., Sakhalin, Kazakhstan, Kyrgyzstan, Turkestan, Tajikistan, Uzbekistan, China, Korea, Tibet, Mongolia, Pakistan, Pakistani Kashmir, Jammu & Kashmir, Bhutan, India, Nepal, Vietnam, Turkey, Cyprus, European Turkey, Iran, Iraq, Israel, Lebanon, Syria, Afghanistan, Alaska, USA, Canada, St. Pierre et Miquelon

Eingebürgert in:
*Australia, *Tasmania, *Peru, *New Zealand

 

 

 

 

Pflanze 20 - 50 cm groß, aufrecht
oder niederliegend aufsteigend

Spirre vielköpfig, Köpfchen 5 - 15- blütig

Blüte mit bräunlichen Perigonblättern und 6 Staubblättern

Narben rosa

Kapsel länger als das Perigon

Kapsel allmählich in einen ziemlich langen Schnabel übergehend
Perigonblätter lederbraun, gleich lang oder die inneren kürzer als die äußeren, lang zugespitzt

Stängel rund, aber am Grund deutlich zusammengedrückt,
Blatt röhrig, im Querschnitt rund

Blatt einröhrig, quer gekammert (Querwände als Knoten spür- oder sichtbar!)

Pflanze mit kurzen Ausläufern

 

 

8     Innere Perigonblätter stumpf,  äußere mit Stachelspitze

Vorkommen: Alpen, Alpenvorland
Staubbeutel 0,4 - 0,7 mm lang
Perigonblätter deutlich kürzer als die Kapsel
> 9

Vorkommen: Nordseeküsten
Staubbeutel 0,8 - 1 mm lang
Perigonblätter kaum kürzer als die Kapsel
> 10


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

 

9     Perigonblätter deutlich kürzer als die Kapsel


  Alpen- Binse 
(Juncus alpinoarticulatus
Chaix)

VII - IX,  Moore, Gräben, nasse Wiesen (100 - 2200 m)
                 Nesselwängle, Österreich, ca. 1200 m ü.M. (06.08.2014)

Synonyme:
Gebirgs- Binse
Juncus alpinus Vill.

English name:
Northern Green Rush

Nom francais:
Jonc alpin, Jonc articulé des Alpes

Verbreitung in Deutschland:
Alpen verbreitet, Voralpenland und Oberrrheinaue zerstreut, lokal Niederlausitz, Münsterland, Mecklenburger Seenplatte; Restgebiet wenige Einzelfunde, in der Mitte fast verschwunden

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: 3 (gefährdet), Baden-Württemberg: V (Vorwarnliste), Bayern: nicht gefährdet, Berlin: 1 (vom Aussterben bedroht), Brandenburg: 3 (gefährdet), Hamburg: 0 (ausgestorben), Hessen: 2 (stark gefährdet), Mecklenburg-Vorpommern: 2 (stark gefährdet), Niedersachsen: 2 (stark gefährdet), Nordrhein-Westfalen: 3 (gefährdet), Rheinland-Pfalz: 3 (gefährdet), Sachsen: 2 (stark gefährdet), Sachsen-Anhalt: 2 (stark gefährdet), Schleswig-Holstein: 0 (ausgestorben), Thüringen: 2 (stark gefährdet) 

Weltweite Verbreitung:
Austria, Germany, Switzerland, 
Spain, France,  Italy, Slovenia, Croatia, Bosnia & Hercegovina, Serbia & Kosovo, Montenegro, Macedonia, Albania,
Greece, 
England, Bulgaria, Czech Republic, Slovakia, Denmark, Finland,  Netherlands, Hungary, Iceland, Norway, Poland, Romania, Baltic States, European Russia, Belarus, Ukraine, Sweden, Caucasus, Transcaucasus, Siberia, Turkey, European Turkey, Morocco

 

 

 

 

Pflanze 25 - 50 cm groß, aufrecht
oder niederliegend aufsteigend

Die Äste der Spirre sind aufrecht orientiert, selten sparrig oder zurückgebogen

Spirre mit 25 - 50 Köpfchen, 
Köpfchen 3 - 6- blütig

Blüte mit 6 braunen Perigonblättern, 6 Staubblättern und 1 Fruchtknoten mit 3 federigen Griffeln
Staubbeutel 0,4 - 0,7 mm lang

Perigonblätter deutlich kürzer als die Kapsel,
rotbraun, stumpf, gleich lang, die äußeren mit aufgesetzter Stachelspitze, die inneren hautrandig

Kapsel stumpf, zuweilen mit aufgesetztem, 
sehr kurzem Schnabel

Blatt einröhrig, quer gekammert

Stängel rund, aber am Grund gerillt

 

 

10     Perigonblätter kaum kürzer als die Kapsel


  Zweischneidige Binse
(Juncus anceps)

VII - VIII,  Küstendünen, Salzwiesen
                    Botanischer Garten Regensburg
                    Wangerooge, Norderney

Synonyme:
Juncus atricapillus

Verbreitung in Deutschland:
Nordseeküsten zerstreut (ostfriesische Inseln verbreitet) 

Gefährdung in Deutschland:
Deutschland: nicht gefährdet, 
Niedersachsen: nicht gefährdet, Schleswig-Holstein: 2 (stark gefährdet) 

Weltweite Verbreitung:
Germany, 
Spain, France, Corsica, Albania, Greece, Italy, Sardinia, former Yugoslavia,
Belgium, Denmark, Netherlands, *Finland, S-Sweden, Algeria, Morocco, Tunisia

 

 

 

Pflanze 20 - 50 cm groß, aufrecht


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

Spirre dicht, mit mehr als 30 Köpfchen, 
Einzelne Teilblütenstände meist nur kurz gestielt, 
d. h. kaum länger gestielt als Köpfchen, die Äste der Spirre sind aufrecht orientiert, selten sparrig oder zurückgebogen


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

Blüte mit 6 braunen Perigonblättern, 6 Staubblättern und 1 Fruchtknoten mit 3 federigen Griffeln, Staubbeutel 0,8 - 1 mm lang


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

Perigonblätter fast so lang wie die Kapsel,
rotbraun, stumpf, gleich lang, die äußeren mit aufgesetzter Stachelspitze, die inneren hautrandig


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

Kapsel stumpf, zuweilen mit aufgesetztem, 
kurzem Schnabel


Photo und copyright JC Schou http://www.biopix.dk

 Öhrchen der Blattscheide kurz und häutig. Blätter selten dicker als 2 mm, im Querschnitt rund oder oval